{"id":34104,"date":"2025-09-26T13:11:22","date_gmt":"2025-09-26T11:11:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/trump-guerre-commerciale\/"},"modified":"2025-12-13T13:37:32","modified_gmt":"2025-12-13T12:37:32","slug":"trump-handelskrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/trump-handelskrieg\/","title":{"rendered":"Trump: Kein Protektionismus, aber ein Handelskrieg"},"content":{"rendered":"\n<p>Donald Trump hat die Z\u00f6lle wieder ins Rampenlicht der Welt\u00f6ffentlichkeit ger\u00fcckt. Mit den Tariferh\u00f6hungen \u2013 teilweise um bis zu 50 % \u2013 gegen\u00fcber seinen Handelspartnern behauptet er, amerikanische Arbeitspl\u00e4tze zu verteidigen und \u201eFairness\u201d gegen\u00fcber L\u00e4ndern wiederherzustellen, welche er als \u201eunfair\u201d im Handel betrachtet. Hinter dieser populistischen Rhetorik verbirgt sich jedoch folgende Tatsache: Der Freihandel steckt in einer tiefen Krise, und Trumps Politik macht lediglich dessen Widerspr\u00fcche deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcngstes Beispiel daf\u00fcr ist das im Sommer zwischen den Vereinigten Staaten und der Europ\u00e4ischen Union geschlossene Abkommen. Es wurde als Kompromiss pr\u00e4sentiert, sieht jedoch in Wirklichkeit Z\u00f6lle in H\u00f6he von 15 % auf die meisten europ\u00e4ischen Exporte vor, w\u00e4hrend die EU Zugest\u00e4ndnisse hinsichtlich einer st\u00e4rkeren \u00d6ffnung f\u00fcr bestimmte amerikanische Produkte machen musste. Was die Schweiz betrifft, so ist unser Bundesrat bereit, unsere Gesundheitsstandards zu opfern, indem er chlorbehandeltes H\u00fchnerfleisch akzeptiert. Mit anderen Worten: Dieses Abkommen ist weit entfernt von einer \u201efairen Partnerschaft\u201d und zeigt vielmehr, wie eine Grossmacht die Regeln des Welthandels nach ihren eigenen Interessen umgestalten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Trump pr\u00e4sentiert seine Zollerh\u00f6hungen gerne als Massnahmen der \u201eGegenseitigkeit\u201c: Besteuert ein Land US-Exporte, dann werden im Gegenzug dessen Produkte besteuert. Diese Logik ist jedoch in erster Linie ein Instrument, um politischen Druck auszu\u00fcben. So wurden beispielsweise aufgrund der \u00d6limporte Indiens aus Russland Z\u00f6lle in H\u00f6he von 50 % auferlegt. Hinter der Sprache der Fairness verbirgt sich in Wirklichkeit der Versuch, andere L\u00e4nder zu zwingen, sich den strategischen Entscheidungen der Vereinigten Staaten anzupassen. <strong>Was Trump praktiziert, ist also kein Protektionismus, sondern ein Handelskrieg.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Schweiz, als grosse Anh\u00e4ngerin von Freihandelsabkommen, ist besonders anf\u00e4llig. Trump hat beschlossen, unsere Exporte ins Visier zu nehmen: Uhren, Werkzeuge, Maschinen usw. Die Folge: Ein grosser Teil unserer Wirtschaft leidet darunter. Zahlreiche Unternehmen und KMU greifen bereits auf Kurzarbeit zur\u00fcck. Noch gravierender ist, dass unsere Entscheidungstr\u00e4ger versucht sein k\u00f6nnten, unsere Sozial-, Umwelt- oder Gesundheitsstandards zu senken, um den Zugang zum amerikanischen Markt zu erhalten. Diese Abh\u00e4ngigkeit zeigt, wie sehr die Schweiz ihre wirtschaftliche Souver\u00e4nit\u00e4t auf dem Altar des Freihandels geopfert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die j\u00fcngsten Gerichtsentscheidungen (<a href=\"https:\/\/www.leclubdesjuristes.com\/en-bref\/donald-trump-porte-laffaire-des-droits-de-douane-juges-illegaux-devant-la-cour-supreme-11875\/?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Le Club des Juristes<\/a>) zeigen, wurden einige von Trump verh\u00e4ngte Z\u00f6lle von einem Bundesberufungsgericht f\u00fcr rechtswidrig erkl\u00e4rt. Dieser Machtkampf vor dem Obersten Gerichtshof verdeutlicht die strukturellen Schw\u00e4chen eines Systems, das auf instabilen Handelsabkommen basiert, die st\u00e4ndig durch willk\u00fcrliche Entscheidungen der M\u00e4chtigsten bedroht sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir von <em>La Vrille<\/em> lehnen dieses abgekartete T\u00e4uschungsman\u00f6ver ab. Weder der deregulierte Freihandel noch Trumps Handelskrieg sind L\u00f6sungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr uns bedeutet echter Protektionismus, die Souver\u00e4nit\u00e4t und Entscheidungen der betroffenen Bev\u00f6kerung zu respektieren:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>unsere lokale Landwirtschaft und Handwerkskunst zu verteidigen,<\/li>\n\n\n\n<li>die durch die Exportlogik bedrohten W\u00e4lder und \u00d6kosysteme zu sch\u00fctzen.<\/li>\n\n\n\n<li>unsere Lebensmittel- und Energiesouver\u00e4nit\u00e4t zu bekr\u00e4ftigen.<\/li>\n\n\n\n<li>verbindliche Normen einzuf\u00fchren, die den Planeten und nicht die Gewinne multinationaler Konzerne sch\u00fctzen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Trump hat vielleicht die Regeln des Welthandels gesprengt, aber das eigentliche Problem liegt tiefer: Der Freihandel hat seine Versprechen nie gehalten. Es ist Zeit, ein anderes Modell aufzubauen: <strong>den Protektionismus, der auf Gerechtigkeit, \u00d6kologie, Solidarit\u00e4t und Achtung der Souver\u00e4nit\u00e4t basiert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>La Vrille<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter der Sprache der Fairness verbirgt sich in Wirklichkeit der Versuch, L\u00e4nder dazu zu zwingen, sich den strategischen Entscheidungen der Vereinigten Staaten anzupassen. 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