{"id":34140,"date":"2025-06-17T17:26:53","date_gmt":"2025-06-17T15:26:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/gestion-des-ressources\/"},"modified":"2025-12-13T13:33:02","modified_gmt":"2025-12-13T12:33:02","slug":"umgang-mit-ressourcen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/umgang-mit-ressourcen\/","title":{"rendered":"Der Umgang mit Ressourcen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die geltenden Freihandelsabkommen und die derzeit verhandelten Bilateralen III beeintr\u00e4chtigen die Autonomie des Landes bei der Bewirtschaftung seiner Ressourcen. Die Landwirtschaft ist eine wichtige nat\u00fcrliche Ressource und sollte durch Massnahmen an den Grenzen gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Jahrzehnten verwaltet die Schweiz ihre strategischen Ressourcen mit einer strengen Planung, die ihrem Binnenmarkt Stabilit\u00e4t gegen\u00fcber den Unw\u00e4gbarkeiten der Weltwirtschaft garantiert. Unter dem zunehmenden Druck der Freihandelsabkommen und neuer Verhandlungen wie den Bilateralen III ist dieses Modell jedoch gef\u00e4hrdet, was die Ern\u00e4hrungssicherheit und die wirtschaftliche Autonomie des Landes schw\u00e4cht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Kontingentsystem zur Verwaltung der landwirtschaftlichen Ressourcen und zum Schutz der lokalen Wirtschaft<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Historisch gesehen hat die Schweiz ein Kontingentsystem eingef\u00fchrt, um die Einfuhr von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu regulieren. Diese Massnahmen zielten darauf ab, die Schweizer Produzenten vor unlauterem Wettbewerb aus dem Ausland zu sch\u00fctzen und gleichzeitig eine tragf\u00e4hige und nachhaltige lokale Produktion zu gew\u00e4hrleisten. Das Volumen dieser Kontingente wurde auf der Grundlage des durchschnittlichen Volumens der j\u00e4hrlichen nationalen Agrarproduktion und des gesch\u00e4tzten Jahresverbrauchs festgelegt, wodurch die Einfuhren auf vorab festgelegte H\u00f6chstmengen begrenzt wurden. Diese Massnahme, die einen wirksamen Schutz der lokalen Produktion darstellte, kann heute als Politik zur effektiven Nutzung der Nahrungsmittelressourcen angesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Versorgung mit wichtigen Ressourcen, insbesondere Getreide, Fleisch und Milchprodukten, unterlag somit regulierten Quoten. Dieses System erm\u00f6glichte es der Schweiz, einen starken Agrarsektor aufzubauen und die Abh\u00e4ngigkeit von den Schwankungen der Weltm\u00e4rkte zu begrenzen. In Zeiten, in denen viel \u00fcber die Bedeutung kurzer Transportwege und die Notwendigkeit gesprochen wird, Ressourcen nicht mehr zu verschwenden, ist es an der Zeit, <strong>die landwirtschaftliche Produktion als eine gewichtige nat\u00fcrliche Ressource zu betrachten.<\/strong> Mit diesem Willen zum respektvollen Umgang mit Ressourcen muss der Protektionismus wieder aktuell werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Auswirkungen der Freihandelsabkommen und der Bilateralen III<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Mit der zunehmenden \u00d6ffnung des Schweizer Marktes durch unsere Regierung ist die Schweiz zu einem der eifrigsten Verfechter der Freihandelspolitik und Globalisierung geworden. Die Abschaffung zahlreicher tarif\u00e4rer und nichttarif\u00e4rer Massnahmen hat zu einem Anstieg der Importe gef\u00fchrt und damit die lokale Produktion in den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk und Industrie gef\u00e4hrdet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Diskussionen um die Bilateralen III k\u00f6nnten diesen Trend noch verst\u00e4rken und die Schweiz zu einer Politik der verst\u00e4rkten Liberalisierung zwingen. Diese neuen Verhandlungen sehen eine Vertiefung der wirtschaftlichen Integration mit der EU und anderen Handelspartnern vor, zum Nachteil einer nationalen Landwirtschaft, die angesichts des globalen Wettbewerbs bereits jetzt ums \u00dcberleben k\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum Protektionismus eine tragf\u00e4hige L\u00f6sung bleibt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Beispiel Japans, das k\u00fcrzlich einen Teil seiner Reisreserven freigegeben hat, um die Binnenpreise zu stabilisieren und seine Produzent*innen zu sch\u00fctzen, verdeutlicht die Relevanz einer Wirtschaftspolitik, die auf Ern\u00e4hrungssicherheit und Autonomie basiert. Die Schweiz k\u00f6nnte sich von dieser Strategie inspirieren lassen, indem sie strengere Kontingente wieder einf\u00fchrt und die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die lokale Landwirtschaft verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Anstatt dem Druck internationaler Abkommen nachzugeben, w\u00fcrde eine protektionistische Politik es erm\u00f6glichen, die Unabh\u00e4ngigkeit des Landes in Bezug auf die Lebensmittelversorgung zu bewahren und den Produzent*innen faire Preise zu garantieren. Durch die Beibehaltung eines Quotensystems und eine strengere Regulierung der Importe k\u00f6nnte die Schweiz ihre strategischen Sektoren sch\u00fctzen und ihre wirtschaftliche Widerstandsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber globalen Krisen absichern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine entscheidende Weichenstellung f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Bilateralen III markieren einen entscheidenden Wendepunkt f\u00fcr den Umgang mit den Ressourcen in der Schweiz. Auch wenn die landwirtschaftliche Produktion nicht Gegenstand dieser Bilateralen III ist, so sind sie doch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur vollst\u00e4ndigen Integration. Ein rein liberaler Ansatz in unseren Beziehungen zu Europa k\u00f6nnte unsere F\u00e4higkeit schw\u00e4chen, eine nachhaltige lokale Produktion und langfristige Ern\u00e4hrungssicherheit zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Realit\u00e4t muss die Schweiz Vorsicht walten lassen und ihre nationalen Interessen wahren, indem sie ihre Massnahmen zum Schutz des Binnenmarktes verst\u00e4rkt. Wie Japan gezeigt hat, ist <strong>intelligenter Protektionismus kein R\u00fcckzug, sondern ein Garant f\u00fcr Stabilit\u00e4t und wirtschaftliche Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>  <\/p>\n\n\n\n<p><em>La Vrille<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-background is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"background-color:#f8f3fa\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/japan-wirft-teil-seiner-reis-reserve-wegen-gestiegener-preise-auf-den-markt-a-9cfb4e61-cd96-4a29-9234-c87162fa5331#ref=rss\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Japan wirft Teil von Reisreserve auf den Markt<\/a> &#8211; der Spiegel &#8211; 14.02.2025<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.24heures.ch\/le-japon-ouvre-ses-reserves-strategiques-de-riz-pour-enrayer-lenvolee-des-prix-851806681744\">Le Japon ouvre ses r\u00e9serves strat\u00e9giq<\/a><a href=\"https:\/\/www.24heures.ch\/le-japon-ouvre-ses-reserves-strategiques-de-riz-pour-enrayer-lenvolee-des-prix-851806681744\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">u<\/a><a href=\"https:\/\/www.24heures.ch\/le-japon-ouvre-ses-reserves-strategiques-de-riz-pour-enrayer-lenvolee-des-prix-851806681744\">es de riz<\/a> &#8211; 24H \u2013 14.02.2025<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die geltenden Freihandelsabkommen und die derzeit verhandelten Bilateralen III beeintr\u00e4chtigen die Autonomie des Landes bei der Bewirtschaftung seiner Ressourcen. Die Landwirtschaft ist eine wichtige nat\u00fcrliche Ressource und sollte durch Massnahmen an den Grenzen gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":33125,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[71],"tags":[54,88,60,77,120],"class_list":["post-34140","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","tag-agrarpolitik","tag-freihandel","tag-protektionismus","tag-ressourcen","tag-souveraenitaet"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34140"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34140\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34146,"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34140\/revisions\/34146"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}