{"id":34408,"date":"2026-06-22T16:40:49","date_gmt":"2026-06-22T14:40:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/la-variable-ne-doit-plus-etre-la-production-suisse-mais-limportation\/"},"modified":"2026-06-25T16:51:30","modified_gmt":"2026-06-25T14:51:30","slug":"importe-statt-schweizer-produktion-als-variable","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/importe-statt-schweizer-produktion-als-variable\/","title":{"rendered":"Die Importe statt der schweizer Produktion als Variable"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Krise in unseren Weinbergen verschlimmert sich immer mehr. Ein r\u00fcckl\u00e4ufiger Markt, viel zu tiefe Preise, zu viel Lager, fehlender Platz in den Kellern f\u00fcr die bevorstehende Ernte und mangelnde Liquidit\u00e4t gef\u00e4hrden viele Weinbetriebe. Unsere Hauptsorge ist die Konkurrenz durch Importe zu billiger Weine. Die Variable sollte nicht mehr die Schweizer Produktion sein, sondern der Import. Die Schweizerische Vereinigung der Selbsteinkellernden Weinbauern (SVSW) fordert seit Jahrzehnten Massnahmen, erst seit Kurzem wird auf mehreren Ebenen endlich dar\u00fcber diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gew\u00e4hrung von Einfuhrbewilligungen nur an H\u00e4ndler*Innen, die schweizer Weine verkaufen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die SVSW beteiligte sich aktiv an der Arbeitsgruppe, die nach der von Guy Parmelin im August 2025 einberufenen \u00abEtats G\u00e9n\u00e9raux de la viticulture\u00bb eingerichtet wurde. Leider schliesst die k\u00fcrzlich in die Vernehmlassung geschickte Verordnungs\u00e4nderung 65% der Produzent*innen von diesem Markt aus! Die SVSW beantragte eine <a href=\"https:\/\/asvei.ch\/docs\/260527_ASVEI_ContigentsTarifaires_AvisDeDroit_c.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rechtsstellungnahme<\/a>, die zu dem Schluss kam, dass dieser Vorschlag einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die WTO-Abkommen und das Schweizer Recht darstellt; und dass die von der SVSW vorgeschlagene L\u00f6sung wesentlich weniger Probleme bei Konkurrenz und Chancengleichheit auf dem Markt mit sich bringt. Aufgrund der juristischen Argumente werden wir auf die bis zum 18. Juni laufende Konsultation antworten. Fortsetzung folgt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00c4nderung der Weinimportkontingente<\/h2>\n\n\n\n<p>Dank der Lobbyarbeit der SVSW wurde gerade in den beiden Kammern eine Motion \u00abZur Dekonsolidierung der WTO-Kontingente\u00bb eingebracht (<a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20263327\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">26.3327<\/a> von Jacques Nicolet im NR und <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20263250\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">26.3250<\/a> von Carlo Sommaruga im SR). Sie fordert den Bundesrat auf, das Verfahren f\u00fcr eine Reduzierung der Weinimportkontingente bei der WTO um 50% sowie eine Erh\u00f6hung der Einfuhrz\u00f6lle auf Wein ausserhalb der Kontingente um mindestens 100% umzusetzen. Viele Abgeordnete haben diese Antr\u00e4ge mitunterzeichnet, und auch wenn die Gewinnchancen gering sind, begr\u00fcssen wir die Er\u00f6ffnung dieser dringend ben\u00f6tigten Debatte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Widerstand gegen Freihandelsabkommen<\/h2>\n\n\n\n<p>M\u00f6gliche Referenden gegen die Abkommen mit Malaysia und MERCOSUR sind absehbar und die SVSW wird sich ihnen anschliessen. Die gr\u00f6sste Bedrohung f\u00fcr den einheimischen Weinbau ist vor allem die Konkurrenz durch europ\u00e4ische Weine. Die SVSW lehnt die Bilateralen&nbsp;III entschieden ab, die nichts weiter als die Fortsetzung einer Politik sind, welche f\u00fcr uns inakzeptable Wettbewerbsverzerrungen impliziert. Wir sind nicht gegen Handelsabkommen, aber f\u00fcr mehr Anteil an diesen Abkommen. (Siehe <a href=\"https:\/\/www.la-vrille.ch\/de\/\">www.la-vrille.ch<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Dringende Massnahmen<\/h2>\n\n\n\n<p>Schritte zur Importbegrenzung werden erst mittelfristig bis langfristig Wirkung zeigen. F\u00fcr 2026 fordert die SVSW eine Entlastung des Marktes durch eine unterst\u00fctzte Reduzierung der Lagerbest\u00e4nde sowie eine Traubensaftkampagne f\u00fcr die Ernte 2026.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gegen das Roden der Weinreben und f\u00fcr die Erhaltung der Weinberge<\/h2>\n\n\n\n<p>der Marktanteil von Importwein steigt mit dem Roden der Weinreben, die Weinberge m\u00fcssen jedoch zwingend erhalten bleiben, bis die Massnahmen zur Regulierung der Importe umgesetzt sind. In Krisenzeiten profitiert die Industrie von der Unterst\u00fctzung durch die Kurzarbeitsentsch\u00e4digung (KAE), um Kompetenzen und Produktionspotenzial zu erhalten. Eine \u00e4hnliche Unterst\u00fctzung sollte auch f\u00fcr andere Sektoren m\u00f6glich sein, einschliesslich des Weinbaus. Wir m\u00fcssen die Kompetenzen, das Produktionspotenzial und die Weinbauinfrastruktur erhalten. Sie garantieren Familien und Mitarbeitenden ihren Lebensunterhalt, \u00fcbernehmen eine wichtige \u00f6kologische und gesellschaftliche Rolle und versorgen ein ganzes lokales \u00d6kosystem. Es geht hiermit um eine politische und soziale Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Willy Cretegny \u2013 SVSW Pr\u00e4sident<\/em> (<a href=\"https:\/\/asvei.ch\/DE\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/asvei.ch\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schweizerische Vereinigung der Selbsteinkellernden Weinbauern<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbersetzung: Patricia et Beat Ledermann<\/p>\n\n\n\n<p>Artikel in <a href=\"https:\/\/uniterre.ch\/de\/mitmachen\/#zeitung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Uniterre Zeitung<\/a> ver\u00f6ffentlicht &#8211; Juni 2026<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Krise in unseren Weinbergen verschlimmert sich immer mehr. Ein r\u00fcckl\u00e4ufiger Markt, viel zu tiefe Preise, zu viel Lager, fehlender Platz in den Kellern f\u00fcr die bevorstehende Ernte und mangelnde Liquidit\u00e4t gef\u00e4hrden viele Weinbetriebe. 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