Mercosur: Ohne wirksame Massnahmen gegen Zwangsarbeit und Abholzung droht ein Referendum

Die APK-S macht über eine halbe Milliarde Franken für die Bauern locker, ignoriert aber die Gefahr von Regenwald-Abholzung und Zwangsarbeit. Die Allianz gegen Regenwald-Abholzung fordert das Parlament auf, diesen Kurs in der Herbstsession zu korrigieren. Ohne griffige Massnahmen gegen Abholzung und Zwangsarbeit prüft die Allianz wie beim Malaysia-Abkommen, das Referendum gegen das Mercosur-Abkommen zu ergreifen.

Die APK-S will mit einem 500-Millionen-Deal die Bauern beschwichtigen. Griffige Massnahmen gegen Zwangsarbeit und Abholzung fehlen dagegen wie auch beim Freihandelsabkommen mit Malaysia vollständig. «Der Entscheid der APK-S zeigt, wie schwerwiegend die Auswirkungen des Mercosur-Abkommens für die Schweizer Landwirtschaft sein werden, wenn eine halbe Milliarde in Begleitmassnahmen investiert werden muss», sagt Karel Ziehli von Uniterre. Mit der unilateralen Abschaffung der Industriezölle nimmt der Druck auf die Landwirtschaft weiter zu, wobei der Agrarbereich zunehmend zum Verhandlungspfand wird.

«Gleichzeitig ist unverständlich, weshalb keine griffigen Massnahmen gegen Abholzung beschlossen wurden, obwohl der Amazonas-Regenwald mit dem Abkommen zusätzlich unter Druck kommt», sagt Anna Leissing von Voices. Das Mercosur-Abkommen sieht weitreichende Zollkonzessionen für Rindfleisch und Soja aus den Mercosur-Staaten vor. Die industrielle Landwirtschaft gehört zu den zentralen Treibern der Abholzung und befeuert weltweit die Klimakrise. Zudem sind erhebliche Risiken für Zwangsarbeit und weitere Menschenrechtsverletzungen, wie die Vertreibung von Indigenen Gemeinschaften, in Agrarlieferketten der Mercosur-Staaten umfassend dokumentiert.

Für die Allianz gegen Regenwald-Abholzung ist klar: Mit dem vorliegenden Handelsabkommen kann nicht wirksam gegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung vorgegangen werden. Deshalb braucht es Begleitmassnahmen, um Importe aus problematischen Produktionsbedingungen zu verhindern. Konkret fordert die Allianz gegen Regenwald-Abholzung die Einführung einer Entwaldungs- und einer Zwangsarbeitsverordnung analog zur EU, um die schlimmsten Folgen des Abkommens zu verhindern. «Die Handelspolitik der Schweiz hinkt beim Schutz von Umwelt, Menschen- und Indigenenrechten international massiv hinterher. Sieht das Parlament von griffigen Massnahmen gegen Zwangsarbeit und Entwaldung ab, prüft die Allianz gegen Regenwald-Abholzung wie beim Malaysia-Abkommen das Referendum gegen das Mercosur-Abkommen zu ergreifen», sagt Manuel Abebe von Public Eye.

Allianz gegen Regenwaldabholzung – Medienmitteilung 04.09.2026

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