Das Mandat der WTO muss geändert werden, um eine Handelsregulierung zu erreichen, die die Entscheidungen der einzelnen Bevölkerungen respektiert und die Umwelt sowie die sozialen Standards eines jeden Landes berücksichtigt.
Interviewreihe mit Willy Cretegny, Mitbegründer von La Vrille
und Initiator des Referendums „Stop Palmöl“ gegen die Freihandelsabkommen mit Indonesien.
Die WTO und der Freihandel
Die Welthandelsorganisation (WTO) befasst sich mit der Regulierung des internationalen Handels durch Freihandelsabkommen unter den Ländern. Diese Abkommen zielen darauf ab, zwei Arten von Handelshemmnissen zu beseitigen:
- „Zollmassnahmen”, d. h. Zölle, die die lokale Produktion schützen
- und „nichttarifäre Massnahmen”, d. h. Massnahmen, die sich auf technische Vorschriften und Normen beziehen.
Jedes Land hat jedoch Normen zum Schutz der Umwelt, der Gesundheit und Sozialstandards (Beschäftigung) festgelegt, aber dank der Freihandelsabkommen sind ausländische Produzent*innen nicht verpflichtet, unsere Produktionsstandards einzuhalten.
[>> Youtube Version – derzeit nur auf Französisch verfügbar]
Das Mandat der WTO ändern
Unter den Gegner*innen, die am stärksten von den Freihandelsabkommen betroffen sind, fordert die Landwirtschaft den Austritt aus der WTO. Wir brauchen jedoch eine Organisation, die den Handel regelt. Das Mandat der WTO muss geändert werden, damit der Handel so reguliert wird, dass die Entscheidungen einzelner Bevölkerungen bzw. eines jeden Landes bezüglich Umweltauflagen und sozialer Standards respektiert werden.
[>> Youtube Version – derzeit nur auf Französisch verfügbar]
Die Landwirtschaft, eine Ressource, die es zu bewahren gilt
Um die Weltbevölkerung zu ernähren, müssen wir zu einer nachhaltigen Steuerung der landwirtschaftlichen Produktion zurückkehren. Wenn wir vorrangig lokal produzierte Lebensmittel konsumieren wollen, müssen wir die lokale Produktion durch Mengenbeschränkungen (Kontingente) schützen, um so Importe zu begrenzen. Die landwirtschaftliche Produktion ist eine Ressource, die oft vergessen geht, obwohl sie wahrscheinlich die wichtigste und wertvollste unserer Ressourcen ist.
[>> Youtube Version – derzeit nur auf Französisch verfügbar]
Regulierung des Handels zum Wohle der Bevölkerung
Im Handel zwischen Ländern mit unterschiedlichem wirtschaftlichem Niveau verhinderten Zölle Wettbewerbsverzerrungen (Lohnniveau, Produktionskosten usw.). Seit dem Wegfall der Einfuhrzölle zahlen wir für Produkte weiterhin denselben Preis. Das Geld wird also umgeleitet und fliesst in die Taschen der Unternehmen, die diesen internationalen Handel betreiben. Einfuhrzölle sind legitim und müssen wieder eingeführt werden, damit der Handel zwischen den Ländern wieder dem Wohle der Bevölkerung dient.
[>> Youtube Version – derzeit nur auf Französisch verfügbar]
Importzölle: Einnahmen, die allen zugute kommen
Die Erhebung von Zöllen auf importierte Produkte ist legitim. Damit werden nicht nur lokale Produkte geschützt, sondern auch die lokale Infrastruktur finanziert, die auch für importierte Produkte genutzt wird (Transporte usw.). Die aus diesen Zöllen erzielten Einnahmen müssen für einen kohärenten Zweck verwendet werden. Das sinnvollste Ziel wäre es, dieses Geld dafür zu verwenden, den Zugang zu Produkten in Bio-Qualität für alle zu fördern. Dies hätte nicht nur positive Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion, sondern würde auch der gesamten Bevölkerung eine gesunde Ernährung ermöglichen.
[>> Youtube Version – derzeit nur auf Französisch verfügbar]
Importzölle: Lebensqualität für alle
Wir wollen eine qualitativ hochwertige Entwicklung: Lebensqualität für alle, Schutz der Umwelt und der Artenvielfalt. Häufig sind für all diese Massnahmen Mittel erforderlich, und die Zölle auf importierte Produkte wären eine äusserst interessante und völlig legitime Finanzierungsquelle.
[>> Youtube Version – derzeit nur auf Französisch verfügbar]
>> Transkript der Interviews herunterladen (pdf)
Auf dieser Website bevorzugen wir Audiodateien, deren Datenstrom weniger Bandbreite und somit weniger Energie verbraucht. Sie können jedoch auch die Videoversionen unter folgendem Link ansehen: